Entwicklung - Ausblick
Vorwort

Teilprojekt "Offenlegung des Darmbachs"

Immer wieder gab es den Wunsch, den verlorenen Darmbach zurück zu gewinnen, ihn gleichsam aus "der Versenkung zu holen". Zuletzt war es die Lokale Agenda 21, die den Darmbach wieder zum Bach in der Stadt machen wollte.

Mit der Feststellung des Regierungspräsidiums, keine wasserrechtliche Anordnung erlassen zu können, bleibt die Realisierung des Projektes Darmbach-Abtrennung bzw. -Offenlegung der kommunalen Gestaltungsfreiheit der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Rahmen ihrer eigenen Prioritäten und Finanzierungsmöglichkeiten überlassen.

Die Vorteile einer Offenlegung des Darmbachs bei der Stadtgestaltung, der Erlebbarkeit von Wasser, der Einsparung von Abwassergebühren und dem ökologischen Gewinn bestehen weiter.

Seit dem Jahr 2001 wurden Planungen zur Offenlegung des Darmbachs erstellt und diskutiert. Entlang des Schlosses wurde im Juli 2008 ein erster Bauabschnitt fertiggestellt.

Mit Beschluss der Stadtverordnetenver-sammlung vom 03. Septembe 2009 wird die Offenlegung des Darmbachs zwischen Großem Woog und Bachwasserkanal nicht mehr weiterverfolgt.

Gründe für dieses Projekt:

Der Darmbach führt Wasser mit einer hohen Qualität. Trotzdem fließt der Darmbach hinter dem Gartenhort in die Kanalisation und landet vermischt mit Abwasser in der Kläranlage. Das macht ökologisch keinen Sinn und kostet viel Geld.

Die Auswirkungen auf den Gewässerschutz wären zu gering, um eine wasserrechtliche Anordnung des Regierungspräsidiums als Aufsichtsbehörde angesichts von Investitionen "in der Größenordnung von 10 Mio. Euro" zu rechtfertigen (Verhältnismäßigkeitsgrundsatz).

Nach einer Abkopplung von Darmbach und Meiereibach würde die Stadt die Gebührenzahlungen für Bachwasser von im Mittel 3,15 Mio. Euro einsparen und könnte dieses Geld anderweitig verwenden.

 

 
TSG Gelände
Darmbach Austritt Botanischer Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

Gründe gegen das Projekt:

Gleichzeitig mit der Abkopplung des Bachwassers müsste allerdings zur Abdeckung der verbleibenden Fixkosten der Abwasserbeseitigung die Schmutzwassergebühr um in der Summe ca. 2,95 Mio. Euro angehoben werden. Dieses Geld wäre von den Abwassereinleitenden (Bürger, Betriebe und Stadt) als Kostenbeitrag zur Abwasserbeseitigung aufzubringen (Verursacherprinzip).


Angesichts der sehr angespannten Haushaltslage der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den strikten Begrenzungen des Regierungspräsidiums Darmstadt bei der Kreditaufnahme ist ohne eine rechtliche Verpflichtung zum Handeln eine Zurückstellung der Projektumsetzung unumgänglich, um andere für die städtische Entwicklung und die Darmstädter Bevölkerung wichtigere Vorhaben finanzieren zu können.

 

 

Gesamtprojekt

Zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Darmbachs gehört, sich nicht nur auf die gebührenmindernde Fließverbindung vom Woog zum Bachkanal Carl-Schenck-Ring zu konzentrieren.

Der Oberlauf des Darmbachs und des Meiereibachs weisen erhebliche ökologische Defizite auf, die im Zuge des Gesamtprojekts angegangen werden.

Bereits das Schlüsselprojekt der Lokalen Agenda zog daher auch die Bachläufe oberhalb des Großen Woogs mit ein.

Im Bereich Lichtwiese wurde die Verrohrung unter dem Kleingartengelände geöffnet und so der Darmbach ökologisch aufgewertet und erlebbar gemacht.

Im Bereich Breslauer Platz soll durch Rückbau der Roßdörfer Straße dem Darmbach Platz für einen naturnahen Verlauf gegeben werden.

Der Meiereibach soll, nachdem er von heutigen bakteriologischen- und nährstoffhaltigen Belastungen befreit ist, wieder in den Darmbach münden und so eine Erhöhung des Niedrigwassers vom Darmbach und Woog bewirken. Auch das Wasser des Meiereibachs soll zukünftig nicht mehr in die Kanalisation und damit in die Kläranlage fließen (Jahresabflussmenge ca. 250.000 Kubikmeter).

Nicht zuletzt soll im Bereich TSG-Gelände der unnatürliche Verlauf des Darmbachs naturnäher gestaltet werden.

Darmbach TSG-Gelände

Auch der Große Woog muss mit einbezogen werden: Hier wurde der Hochwasserabfluss aus der „Talsperre Woog“ bereits neu geregelt. Der Ablauf muss noch umgebaut werden, damit der Abfluss auf maximal 200 Liter pro Sekunde begrenzt wird.

Meilensteine Realisierung
25.05.2000 Abschlussdokument Lokale Agenda 21
22.03.2001 Öffentliche Veranstaltung in der Jugendherberge (Einladung von TG Wasser in der Stadt)
14.02.2001 Beginn Machbarkeitsstudie
01.09.2001 Öffentliche Begehung möglicher Trassen des neuen Darmbachs (Einladung TG Wasser in der Stadt, Gartenhort, Tiefbauamt)
06.11.2001 Gründungssitzung Planungsbeirat Darmbach
19.12.2001 Planungsbeginn Darmbach Offenlegung
13.06.2002 Planungsbeginn Darmbach im Bereich Lichtwiese/Vivarium
05.09.2003 Planungsbeginn Darmbach im Bereich Botanischer Garten / TSG
31.12.2003 Abschluss Gestaltungsplanungen für Straßenräume und Parkanlagen
01.07.2004

Abschluss Ausführungsplanung verrohrte Abschnitte Darmbach

03.04.2007

Wasserrechtliche Plangenehmigung erteilt Renaturierungsabschnitt Lichtwiese (1. und 2. Bauabschnitt)

Abgeschlossene Vorgänge
Nov./Dez. 2005 Judenteich entschlammt
Winter 2005/2006 Fertigstellung der Hochwasserentlastung Woog
04.07.2007 bis
17.07.2008
Bau Baulos 5 "Schlossgraben" und Düker Alexanderstraße
14.03.2008 bis
März 2009
Meiereibach-Renaturierung oberhalb Judenteich
02.03.2009 bis
30.04.2009
Renaturierung Darmbach im Bereich Vivarium / Lichtwiese,
1. Bauabschnitt
07.09.2009 bis
04.05.2010

Bau Karolinenplatz mit verrohrtem Darmbachverlauf

Laufende Vorgänge
seit Dezember 2010

Bauvorhaben 2. Bauabschnitt Renaturierung Darmbach im Bereich
Vivarium / Lichtwiese

Beabsichtigte Realisierungszeiten
1. Jahreshälfte 2012

Renaturierung Abschnitt Lichtwiese 2. Bauabschnitt

N.N. Abflussregulierung Großer Woog
2013 Verrohrter Abschnitt im Teilabschnitt Meiereibach zwischen Judenteich und Meiereibachbett im Botanischen Garten
N.N. Renaturierung Teilabschnitt Breslauer Platz
N.N.

Renaturierung Teilabschnitt Botanischer Garten / Woog

N.N.

Sanierung Herrngartenteich