Der Karolinenplatz wird zu einer Großbaustelle
Innenstadt: Nach Abbau des Heinerfests sollen Bauzäune ums Landesmuseum und zwischen „Karo 5“ und Archiv aufgestellt und eine neue Darmbachrinne angelegt werden
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Auch vor dem neuen Eingangsgebäude der Technischen Universität Darmstadt am Karolinenplatz wird ab Sommer Wasser fließen. „Dort wird wie vor dem Darmstadtium eine neues Stück Darmbachrinne verlaufen“, kündigt Frank Horneff von der Pressestelle der Stadt an. Das „Gerinne“, heißt es, werde den „östlichen Karolinenplatz strukturieren“. Die Maßnahme sei sowohl mit der TU als auch mit dem Welcome-Hotel abgestimmt. Das Darmbachprojekt hingegen werde wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt „nicht aktiv weiter betrieben, als Rahmenplanung jedoch weiter verfolgt“.
Die neue Darmbachrinne ist nicht die einzige Baumaßnahme auf dem Karolinenplatz. Dort werden nach Abbau der Heinerfestbuden Anfang Juli mehrere Bauzäune aufgestellt. Ein Bauzaun wird weiträumig um das Hessische Landesmuseum aufgebaut, das bis voraussichtlich Ende 2011 saniert wird. Das für die Maßnahme verantwortliche Land Hessen beziehungsweise das Hessische Baumanagement hat zwar laut Auskunft des städtischen Sprechers die Baustelleneinrichtung vorgestellt, „zu genehmigende Pläne liegen uns aber noch nicht vor“, so Horneff. So habe man auch noch keinen endgültigen Termin abgestimmt.
Der Zugang zum Staatsarchiv wird, das steht schon fest, weiterhin frei zugänglich sein. „Das ist der Stadt Darmstadt ganz wichtig“, sagt Horneff. Auch wird über den Karolinenplatz kein Baustellenverkehr abgewickelt. Die Fahrzeuge werden über die Schleiermacherstraße anfahren, die Parkplätze dort werden dann entfallen.
Bereits mit der Stadt abgestimmt sind hingegen die Baumaßnahmen vor dem TU-Eingangsgebäude „Karo 5“. Das derzeit provisorisch asphaltierte Stück vor dem Eingang wird nach Ende des Heinerfests neu gepflastert und der Treppenkomplex ein Stück Richtung Westen verlegt. Diese Baustelle wird von der Nordseite des Empfangsgebäudes bis zum Eingang des Mollerbaus reichen. Der Zugang zum Herrngarten wird allerdings weiterhin möglich sein.
Bis Ende 2009, so hofft Thorsten Schmidt von der Bauabteilung der TU Darmstadt, wird die Maßnahme beendet und der Bauzaun wieder verschwunden sein. Die TU ist für dieses Projekt allerdings nicht verantwortlich, war lediglich bei Planungsarbeiten integriert. „Hier ist das Tiefbauamt zuständig, schließlich handelt es sich um einen städtischen Platz“, so Schmidt.
Mit der Neugestaltung des „Karo 5“-Vorplatzes und der Darmbachrinne hat die Stadt den „gestalterisch zusammenhängenden Bereich zwischen Theaterwiese und Landgraf-Georg-Straße fertiggestellt“, sagt Frank Horneff. Dass die Rinnen sowohl vorm Darmstadtium als auch vor dem TU-Gebäude nicht fahrradfreundlich sind, weiß der städtische Sprecher. Aber er weist darauf hin, dass Radfahrer auf der Fläche vorm Darmstadtium nur geduldet seien und ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen müssten.
Noch unklar ist hingegen, was mit den Zelten passiert, die übers Jahr verteilt auf den Karolinenplatz stehen. Dazu zählen Messezelte etwa für die TU-Kontaktmesse „Konaktiva“ oder das Zelt des Varieté Da Capo. Dieses steht acht Wochen lang von Anfang November bis Ende Dezember auf dem Platz, was im vergangenen Jahr auch für kritische Stimmen sorgte. Das Zelt hatte das Mollerhaus komplett verdeckt, der Eingang war nur über seitliche Rampen möglich. Dennoch will die Stadt an dem Standort der Zelte festhalten, sagt Stadtrat Dieter Wenzel.
Im Januar hatte er eine Kleine Anfrage zu den Zelten dahingehend beantwortet, „dass auf dem Karolinenplatz auch künftig derartige Aufbauten und Aufstellungen im Rahmen des Heinerfests, Schlossgrabenfests sowie von Da Capo“ genehmigt werden. Die Stadt „ lebe und profitiere“ von diesen Veranstaltungen. „Teilweise liegen sie im öffentlichen Interesse.“
Das sehen auch die Verantwortlichen von Da Capo so: „Die Planungen laufen für 2009 und 2010 so, dass wir in Darmstadt sein werden, idealerweise auf dem Karolinenplatz“, sagt Da-Capo-Sprecherin Andrea Schneiker. Es liefen Gespräche zwischen dem Varieté und der Stadt, „sowohl OB Walter Hoffmann als auch Stadtrat Dieter Wenzel stehen hinter uns“, sagt Schneiker. Fest stehe: Das Zelt werde nicht kleiner. Und man halte am Standort Darmstadt fest und werde nicht in die Umgebung ausweichen.
Darmstädter Echo vom 02.03.2009
|