Bald eine Stadt am Fluss
Bauarbeiten für die Offenlegung des Darmbaches haben begonnen
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Es war klar und schmeckte rein. Gestern gab es am Schlossgraben einen
Tropfen besonderer Art, eine Premiumabfüllung "Darmbach". Das Wasser, das
künftig durch die Stadt fließt, ließen sich die Gäste im Sektglas munden -
freilich erst, nachdem die angehende Biologielaborantin der Peter-Behrens-
Schule, Jacqueline Berger, die Unbedenklichkeit bescheinigt hatte. Die
Wasserqualität war Inhalt eines Schulprojekts.
Über 200 Jahre war das Flüsschen, das der Stadt den Namen gab, im Untergrund
verschwunden. Bis 2011 soll der Bach für acht Millionen Euro an die
Oberfläche geholt und auf 1,6 Kilometer Länge auch sichtbar durch die City
plätschern. Den ersten Spatenstich feierte die Stadt gestern vor dem
Kongresszentrum. Dort soll der Bach in einem ersten Teilabschnitt wieder
offen fließen.
Wasser wird erst ab Herbst zu sehen sein, und das wird Regenwasser vom Dach
des Kongresszentrums sein, das in einem Kreislauf von der Landgraf-Georg-
zur Alexanderstraße gepumpt wird. Reales Darmbachnass sprudelt erst, wenn
2012 alle Abschnitte von der Lichtwiese bis zum Carl-Schenck-Ring realisiert
sind. Als 80 Zentimeter breite Rinne mit Bänken davor wird der Bach auf dem
Platz am Kongresszentrum auftauchen und zum Karolinenplatz geführt. 2008
soll er sich von dort zum Herrngarten schlängeln.
Den "Erlebniswert" pries Reiner Wackermann von der Lokalen Agenda. Das
Projekt präge das Stadtbild. Es sei von Bürgern angestoßen worden.
Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) verwies auf die schwierige Etatlage. Die
Offenlegung koste, die Stadt spare ab 2012 aber auch, weil das Flusswasser
nicht mehr in die Kläranlage, sondern in den Rhein fließe. Auch der
Herrngartenteich müsse künftig nicht mehr mit Trinkwasser gespeist werden.

Frankfurter Rundschau v. 05.07.2007, S.67
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