Pflegeheim auf dem östlichen Mercksplatz
Baupläne: Ausschüsse entscheiden heute über den Verkauf der Fläche – Schausteller fürchten um Platz fürs Heinerfest
Auf dem östlichen Mercksplatz in Darmstadt soll nun doch gebaut werden. Heute entscheiden der Liegenschafts-, der Bau- und der Umweltausschuss in einer gemeinsamen Sitzung darüber, ob das Gelände östlich der Teichhaus- und südlich der Landgraf-Georg-Straße an einen Investor aus Fell-bach veräußert werden soll. Vor drei Jahren hatte der Heinerfestausschuss, an der Spitze sein Präsident Günther Metzger, heftig gegen Pläne protestiert, auf dem östlichen Mercksplatz ein Kongresshotel zu bauen. Die Stadtverord-netenversammlung setzte sich gegen Metzger durch, doch dann starb der Projektentwickler für das Hotel und man entschied sich für den Standort neben dem Mollerbau, direkt neben dem neuen Kon-gresszentrum. Der Heinerfestausschuss war zufrieden, doch nun sind der Stadt neue Pläne vorgelegt worden. Der Fellbacher Investor plant in den Dimensionen des 2003 geplanten Hotels ein Seniorenpflegeheim mit 104 Pflegezimmern und elf betreuten Wohnungen. Hinzu kommen eine Caféteria und eine Tiefgara-ge. Die Stadt will das Grundstück, zu dem auch ein Teil der Martin-Buber-Straße gehört, für 1,4 Millionen Euro verkaufen. Das entspricht einem Kaufpreis von 550 Euro pro Quadratmeter. Liegenschaftsde-zernent Dieter Wenzel nennt den Preis angemessen. Er sei mit dem Gutachterausschuss des Ver-messungsamtes abgestimmt worden. Dem Investor werden vom Kaufpreis 11 000 Euro abgezogen, weil der Untergrund teilweise aus Trümmerschutt der Nachkriegszeit besteht. Dafür fallen erhöhte Deponiekosten an. Befürchtungen, der Boden könne schwer belastet sein, weil auf dem Mercksplatz bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Chemiefabrik Merck stand, haben sich, so Wenzel, bei Probebohrungen nicht bestätigt. Der Käufer hat sich verpflichtet, den im städtischen Besitz bleibenden Teil des Mercksplatzes als Grünfläche herzurichten und auch einen Fußweg zur Rudolf-Mueller-Anlage herzustellen. Der Heinerfestausschuss hat den Mercksplatz bisher stets für Festzelte oder Fahrgeschäfte wie das Riesenrad genutzt. Wenzel sagt, man werde mit der Umgestaltung des Friedensplatzes direkt in der Innenstadt mehr Platz für das Heinerfest schaffen.
Klaus Staat12.7.2006
Quelle:
12.07.2006 Darmstädter Echo
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