Offenlegung des Darmbachs teurer?
Abwassergebühren: Fraktion der Uwiga rechnet mit höherer Belastung für die Bürger
Nicht zehn Euro im Jahr für eine vierköpfige Familie, sondern 48 Euro würde die Gebührenerhöhung für Abwasser ausmachen, wenn der Darmbach offengelegt und nicht mehr durch die Kläranlage geleitet wird. Diese Rechnung macht jetzt die Stadtverordnetenfraktion der Uwiga auf. Wie berichtet, hatte die Stadtverordnete Doris Fröhlich von den Grünen das Agenda-Projekt mit den vergleichsweise geringen Kosten für die Bürger verteidigt. Der Darmbach entspringt im Darmstädter Ostwald, fließt durch den Woog, wird westlich des Badesees in die Kanalisation geleitet und gelangt mit dem Abwasser in die Kläranlage. Wird er in ein neues Bachbett quer durch die Stadt und an der Kläranlage vorbei geleitet, spart die Stadt Darmstadt etwa zwei Millionen Euro Abwassergebühr im Jahr. Damit sollen sich die Kosten für die Offenlegung in fünf Jahren amortisiert haben. Allerdings müssen in diesem Fall für die Bürger die Abwassergebühren erhöht werden, weil die Kosten für die Kläranlage gleich bleiben, die etwa zwei Millionen der Stadt aber als jährliche Einnahme fehlen. Nun rechnen Wilfried Oßmann und Hans-Ulrich Naundorf von der Uwiga vor, dass es bei der Gebührenfestsetzung nicht um Personen geht, sondern um Kubikmeter Frischwasserverbrauch, nach denen die Abwassergebühr berechnet wird. Bei 2,2 Millionen Euro geringeren Einnahmen und rund zehn Millionen Kubikmeter gleichbleibendem Frischwasserverbrauch ergebe dies Mehrkosten von rund 22 Cent pro Kubikmeter verbrauchten Frischwassers. Da der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden bei 151 Liter im Durchschnitt liege, betrage die Belastung für einen Vier-Personen-Haushalt rund 220 Kubikmeter im Jahr und damit nicht zehn Euro sondern 48 Euro. Ob es dazu kommt, ist freilich noch ungewiss. In der Koalitionsvereinbarung von SPD, Grünen und FDP heißt es, der Darmbach solle zunächst nur bis zum Herrngartenteich offengelegt werden. Danach müsste er wieder in den Kanal und durch die Kläranlage fließen. Damit müsste die Stadt weiterhin Abwassergebühren für den Bach zahlen und das Projekt der Offenlage aus Steuergeldern finanzieren.
KS15.8.2006
Quelle:
15.08.2006 Darmstädter Echo
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