Grüne verteidigen Projekt Wasser in der Stadt
Darmbach -Doris Fröhlich: Offenlegung kostet die Darmstädter 21 Cent pro Kopf und Monat
Die Grünen unterstützen weiterhin das Agenda-Projekt der Darmbachoffenlegung. Die Einleitung des Bachs in die Kanalisation sei unsinnig und widerspreche gesetzlichen Vorgaben, sagt die umweltpolitische Sprecherin Doris Fröhlich. Selbst wenn die Gebühren erhöht werden müssten, weil das Darmbachwasser nicht mehr in die Kanalisation geleitet werde, bedeute das für eine vierköpfige Familie eine Erhöhung um zehn Euro pro Jahr oder 21 Cent pro Kopf und Monat. Von Studenten erwarte die Landesregierung, dass sie, um tausend Euro Studiengebühr pro Jahr zu bezahlen, ein Bier am Tag weniger trinken sollen. In Darmstadt sei durch den Krieg viel historische Substanz verloren gegangen. Deshalb müsse hier auch in „weiche Wirtschaftsfaktoren“ investiert werden, so Fröhlich. Dazu gehöre Wasser in der Stadt. Zudem sei es gesetzlich weder zulässig, Frischwasser in die Kanalisation zu leiten, noch dürfe die Kommune Gebühren aus dem städtischen Haushalt subventionieren. Nichts anderes passiere mit der Darmbacheinleitung in den Kanal. Das letzte Teilstück der Offenlegung abzukoppeln, sei notwendig, solange nicht klar sei, wie das Darmbachwasser ab dem Herrngarten an der Kläranlage vorbeigeführt werde, „ob offen oder in einem Kanal“, so Doris Fröhlich. Dass das an Gebühren eingesparte Geld den Bürgern zugute komme, sei selbstverständlich. „Allerdings muss das nicht bedeuten, dass es direkt zurückbezahlt wird.“ Wenn davon Schulden getilgt oder Kindergärten finanziert würden, sei das auch im Interesse der Darmstädter. Die Wählergemeinschaft Uwiga hatte kritisiert, dass zunächst nur ein Teilstück des Darmbaches freigelegt werde, weil nicht klar sei, wie der Darmbach in die Gestaltung des Kongresszentrums einbezogen werde. Das habe nichts mehr mit den Vorgaben des Regierungspräsidenten zu tun. Dazu sagt Doris Fröhlich: „Dies war allerdings so von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden, um gleichzeitig zur Eröffnung des Kongresszentrums und des Hotels den Darmbach bis zum Herrngarten freigelegt zu haben.“
KS10.8.2006
Quelle:
10.08.2006 Darmstädter Echo
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