Kommentar
Wasserspiele
VON FRANK W. METHLOW
Kein Zweifel - am
Ende zahlt der Darmstädter die Offenlegung
seines Darmbaches selbst, so wie er bisher schon dessen Einleitung
ins Kanalnetz bezahlt hat. Das kann nicht wirklich überraschen. Überraschen
würde nur, wenn die Stadt die durch die Offenlegung jährlich
eingesparten 2,2 Millionen Euro direkt an die Bürger zurückgäbe
und nicht anderweitig verplant. So wird der Abwasser-Gebührenzahler künftig mit voraussichtlich
jährlich zehn Euro zusätzlich belastet werden. Aber dabei
geht es nicht nur um die Frage, ob ein frei fließender Bachlauf
schöner ist. Die Einleitung widerspricht gesetzlichen Vorgaben.
Und unverhältnismäßig ist es auch nicht, den Darmbach
wieder ans Tageslicht zu holen, sagt der Regierungspräsident.
Ganz anders sieht es mit dem geplanten, vorerst
künstlich
und teuer am Leben erhaltenen Bachfragment ab Kongresszentrum aus.
Wenn die Zentrumsbetreiber so etwas wollen, sollen sie es komplett
selbst bezahlen. Alternativ bliebe nur die Vorsorge der Stadt.
Dort das Bachbett in der Bauphase schon einmal anzulegen, um spätere
Kosten zu mindern, ist vernünftig. Wasserspiele aber nicht.

Frankfurter Rundschau 03.08.2006
| Ausgabe: R56 | Seite: 29
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