Der Zorp und das Mülltonnenrennen
Freizeit: Sport- und Spielfest begeistert zum 28. Mal große und kleine Besucher

Eine riesige Kugel rollt durch den Herrngarten. Darin zwei Kinder und darum herum noch viel mehr. Mit faszinierten Blicken folgen sie dem Lauf der Kugel. „Das ist der Zorp“, erklärt Steffen Grede vom Play and Fun Team Göttingen.

Der Zorp ist bei weitem jedoch nicht das einzige, was an diesem Sonntag im Herrngarten rollt, springt, hüpft oder fliegt. Knapp 80 Spielstationen wurden für das Sport- und Spielfest von den knapp 250 freiwilligen Helfern aufgebaut, berichtet Ralf Rainer Klatt, Berater des Sportamtes und Mitglied im zehnköpfigen Organisationskomitee.

Schon seit 28 Jahren veranstaltet schon das Sportamt zusammen mit dem Sportkreis 33 und der Firma Merck das Fest. „Jedes Jahr kommen mehr Vereine dazu, die sich immer neue Spiele ausdenken oder auf der großen Bühne etwas aufführen“, sagt Klatt. Die Spiele sind nicht zum Wettbewerb gedacht, sondern dazu da, um neue Bewegungsabläufe kennen zu lernen und einfach Spaß am Spielen zu haben.

„Ich bin immer wieder erstaunt, mit was für einfachen Mitteln man neue Spielgeräte zusammenstellen kann“, staunt derweil Hans-Peter Otto, ehrenamtlicher Vorsitzender des Sportkreis 33. Zum Beispiel beim Mülltonnenrennen, das für die ganze Familie gedacht ist. „Die Eltern sollen nicht nur zuschauen, sondern auch mal zusammen mit den Kindern was machen“, sagt Uschi Pötz vom Mütterzentrum Darmstadt, die sich das Spiel ausgedacht haben und es betreuen. Fast jeder, der vorbei kommt, wird von ihr überredet in die Tonne zu springen.

Die Leute animieren, raus zu gehen und sich einfach mal zu bewegen, sei auch genau das Ziel des Fests, wie Klett erklärt. Und das klappt auch bei den Erwachsenen, wie Oberbürgermeister Walter Hoffmann beweist, der sich nach seiner Begrüßungsrede zu einer Runde auf einem Spezialrad der Radballvereine aus Darmstadt, Eberstadt und Arheilgen überreden lässt.

Etwas ruhiger geht es dann im Bereich „Malen und Gestalten“ zu. Beim Förderverein der Darmstädter Kinderkliniken basteln die Vier- bis Achtjährigen eifrig Boote aus Holz und Kork, um sie dann in der Wasserlandschaft schwimmen zu lassen, wie Beate Bach, Vorsitzende des Fördervereins, berichtet. „Die Wasserlandschaft ist eines der Highlights in diesem Jahr, neben – wie kann's auch anders sein – natürlich dem Fußball“, sagt Organisator Klatt. Hauptattraktion ist der Wasserkanal. Er verläuft an einem blauen Streifen, der den gesamten Herrngarten durchzieht. Die Wasserlandschaft, eine Idee der Agenda-21-Themengruppe „Wasser und Stadt“, solle die Besucher auf den zukünftig überirdischen Lauf des Darmbachs aufmerksam machen, erklärt Sabine Malsy von der Themengruppe.

„Jetzt interessieren aber die Schiffe nicht mehr“, sagt Hans-Peter Otto schmunzelnd und zeigt auf den Kanal, der prompt von mehreren Kleinkindern zum Planschbecken umfunktioniert wurde. „Das kann eben kein Spielgerät der Welt ersetzen“, sagt Besucherin Sabine Brehm zu dem nassen Treiben. Sie freut sich, welch Riesenspaß ihre Kinder am Spielen im Wasser haben.

crm
26.6.2006


Quelle: 26.06.2006 Darmstädter Echo